Praxisanleiter

Defizite...

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Defizite...

Beitrag  Klaus am 27.05.09 17:06

Hallo alle miteinander!

Mein Name ist Klaus, ich bin zwar (noch) kein Praxisanleiter aber seit ein paar Jahren mit der Betreuung von Schülerinnen und Schülern bei uns im Seniorenwohnheim beschäftigt, daher gestatte ich mir mal mich Eurem Kreis anzuschliessen.

Was mir in den letzten Jahren - schon bevor man mir die Schüler aufs Auge gedrückt hat - aufgefallen ist, ist daß die Grundlagen menschlichen Miteinanders wohl zunehmend weniger bekannt sind. Ich weiss ja mal nicht, aber wenn ich früher "Boah ey nee." zu meinen Vorgesetzten gesagt hätte, hätte da die Luft gebrannt. (Grad heute passiert!) Sicher, ist ein Extrembeispiel aber ich sehe zunehmend eine Kluft zwischen den Erwartungen unserer Bewohner und dem was von unseren Schülern da kommt. Sicher, die meisten werden in der Ausbildung noch aufgrund ihres Alters eher als "Enkel" denn als Pflegepersonal wahrgenommen - so meine Theorie - aber wenn die mal zehn Jahre weiter sind und dann noch immer so mit den Leuten umgehen als wäre der Arbeitsplatz ein Gang-Treff wird das sicher übel.
(Ja, ich überspitze das grade ein bischen.)
Beobachtet ihr denn auch sowas oder hat nur meine PDL da kein glückliches Händchen?

Beste Grüße,

Klaus

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Re: Defizite...

Beitrag  Admin am 27.05.09 19:05

Hallo Klaus!

Habe das Thema mal in die passende Rubrik verschoben. Unsere Schülecke ist nämlich für Schüler und nicht für Probleme mit ebensolchen Very Happy

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Re: Defizite...

Beitrag  petermännchen am 30.05.09 13:12

Hallo Klaus!

Du hast die Schüler "aufs Auge gedrückt bekommen"! Du hast sie dir offenbar "drücken lassen"!

Was erwartest du von ihnen? Was erwarten sie von dir? Und wie gehst du mit ihnen um?

Wenn junge Menschen aus ihren Schulalltag und ihrer Schülerwelt in unseren Pflegealltag eintauchen, ist dies für sie, in den allermeisten Fällen, erstmal eine ganz neue Dimmension!
Sie müssen mit einer ganz anderen Art von Lernen beginnen. Und auch dieses Lernen erst lernen. Ja, und du hast recht, da treffen Generationen aufeinander.

Und da brauchen diese jungen Leute jemand, der sie an die Hand nimmt und sie begleitet! Begleitet auf ihren Entdeckungen! Und wenn dieser "Jemand" es gut hinbekommt, werden sie schnell selber merken, dass man hier eine andere Sprache spricht und man ihre Jugendsprache nicht versteht oder verstehen will. Aber vielleicht ihr frischen Ideen, die sie mitbringen und den frischen Wind, der vielleicht den Bewohnern und Patienten nun um die Nase weht!

Umgang miteinander kann man durchaus positiv vorgelebt bekommen. Extremfällen muß man auch mal Grenzen setzen.

Notfalls auch zeitliche! Vielleicht ist die Pflegewelt auch nichts für den einen oder anderen. Dann muß man auch das gemeinsam herausfinden und ihn auf einen anderen Weg lenken. Vielleicht zu einem anderen Beruf. Dorthin, wo man auch eine andere Sprache sprechen kann!

Nur Mut, Klaus!

pm
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Re: Defizite...

Beitrag  Klaus am 30.05.09 14:04

Also "aufs Auge gedrückt" klingt so als hätte ich mich gewehrt, ich wurde zwar nicht groß gefragt aber grundsätzlich habe ich viel Freude an der Aufgabe.

Ich denke wir holen die Schüler irgendwo ab, nehmen sie an die Hand, führen und begleiten sie eine Weile und lassen sie dann wieder los. Ich glaube daß wir heute sehr viel weiter gehen müssen und die Schüler an einer ganz anderen Stelle abholen müssen als das noch vor einem oder zwei Jahrzehnten der Fall war. Damit meine ich aber nicht eine schlechtere Qualifikation aus der Schule sondern das was man früher als "Kinderstube" bezeichnet hat: Erziehung, Höflichkeit, Umgang mit Vorgesetzten.

Sicher, es ist in einem Haus wie unserem unvermeidbar und seit jeher üblich daß verschiedene Generationen miteinander leben und arbeiten aber die Grundlagen des menschlichen Miteinanders sollten doch gerade deshalb vorhanden sein und das sind sie leider oft nicht oder nicht ausreichend. Ich stelle mir ernsthaft die Frage ob es wirklich die Aufgabe des Ausbildungsbetriebs ist derlei Dinge zu vermitteln.

Was die fachlichen Qualitäten der Leute angeht, dafür ist das Haus mit Mann und Maus verantwortlich und da stecke ich auch gerne jede Menge Energie rein.

Also bitte nicht falsch verstehen, ich bin kein frustrierter und zur Tätigkeit genötigten "Zwangspädagoge". Mir geht es nur um die Frage ob ihr das ähnlich beobachtet.

Beste Grüße,

Klaus

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Re: Defizite...

Beitrag  petermännchen am 30.05.09 14:36

Ich empfinde es eigentlich nicht so, dass die Umgangsformen verloren gegangen sind. Ausnahmen bestätigen sicher die Regel!
Und die elterliche, prägende Erziehung und Kinderstube werden wir nicht ersetzen können.
Aber meinst du nicht, dass positiv vorgelebtes Miteinander, nicht auch die Menschen beeinflussen kann? Kommt es nicht so zurück, wie man es in den Wald hineinruft?
Manchmal reicht es, die Leute da abzuholen, wo sie stehen und ihnen nur ab und an einen Spiegel vorzuhalten und sie in sich selbst spiegeln zu lassen.
Und manchmal gehe ich sogar ein Stück auf sie zu und lasse mich auf ihre Art ein.

Es mag ein bisschen unser Umfeld sein. Unser Haus steht in Berlin Kreuzberg und da ist die Welt bekanntlich nicht nur schwarz-weiß! Da bist du manchmal schon ganz schön erstaunt, schockiert oder belustigt! Aber die Umgangsformen sind akzeptabel!
Vielleicht gerade, weil es Berlin-Kreuzberg ist!
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Re: Defizite...

Beitrag  Notaufnahme am 11.10.09 23:58

Ich habe leider ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich frage mich manchmal, ob ich einfach nur alt gworden bin, oder ob sich die Zeiten wirklich so geändert haben.
Leider vermisse ich bei vielen Azubis die Grundlagen des Anstandes und der Höflichkeit, ich vermisse Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit und ich vermisse Respekt und vor allem Fleiß. Ich beobachte bei vielen Schülern die Mentalität: hier bin ich, und jetzt gib mir input und mach was aus mir und motiviere mich.
Die Bereitschaft, sich selbst zu informieren, vermisse ich oft. Fast jeder Auszubildende hat doch heute Internet. Da sollte es doch eine Leichtigkeit sein, "kleinere Hausaufgaben" zu erledigen. Beispiel: ich habe vor, dem Schüler die Thoraxdrainage zu erklären. Sage ihm, er soll bis morgen darauf vorbereiten. Und das wird dann eben nicht gemacht.
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Re: Defizite...

Beitrag  petermännchen am 12.10.09 13:10

Aber hat sich da wirklich etwas geändert? Hat es nicht immer und zu allen Zeiten, auch zu "unserer", fleißige und faule Schüler gegeben? Hatten wir nicht selbst mal solche und mal solche Phasen? Treten diese "Aufälligen" jetzt wirklich so gehäuft auf oder prägen sie sich einfach nur anders ein?
Vielleicht hat Notaufnahme einfach recht, wenn er fragt, ob man sich nicht selbst einfach verändert hat! Und nun die Gedanken der vorherigen Generation denken darf, denken muß, ...
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Re: Defizite...

Beitrag  Admin am 12.10.09 13:46

@ Petermännchen

Wenn ich nicht alles doppelt sehe Very Happy hattest Du Deinen Beitrag versehentlich zweimal gepostet, deshalb habe ich einen gelöscht.

Lieber Gruss!

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Re: Defizite...

Beitrag  Claire am 12.10.09 18:15

...Und nun die Gedanken der vorherigen Generation denken darf, denken muß, ..."

Hierzu ein beliebter, viel zitierter und immer wieder passender Spruch:

"Die Jugend liebt heute den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und diskutiert, wo sie arbeiten sollte. Die Jugend steht nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern und tyrannisieren die Lehrer."

(Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v.Chr., Version 3)


Ich persönlich habe doch manchesmal den Eindruck das unter der "Jugend von heute" die Umgangsformen nichtmehr die gleichen sind wie die, die wir noch mitbekommen haben. Aber dies ist sicherlich auch recht subjektives Empfinden.

Ausserdem bezieht sich mein Eindruck mehr auf mein privates Umfeld. Ich muss sagen, "meine" Schüler waren bisher alle sehr freundlich, motiviert und engagiert.

Wobei, ein bischen kommt es da bestimmt auch drauf an "wie man in den Wald ruft..." und so...
Denn wenn ich meinem Schüler schon vorlebe das ich eigentlich total genervt bin von meinem Job und er persönlich mir sowieso eigentlich nur lästig ist... Nun, was will man da erwarten? Und ja, ich kenne Kollegen die sich Schülern gegenüber so verhalten.
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Unreife

Beitrag  Notaufnahme am 01.11.09 13:08

Ich kann da auch ein Lied davon singen!
Ich denke aber, es dürfte wohl am ehesten an der Unreife der Schüler liegen. Hier ein paar recht aktuelle Beispiele:

1. Schüler kommt in den Aufenthaltsraum, sieht eine chale mit Süßigkeiten, die eine Kollegin mitgebracht hatte. Das erste was er sagte: "Boah, voll geil, darf ich mir da was nehmen?" Gut, immerhin hat gefragt, ob er sich bedienen darf. Wenn ich mich zurückerinnere an meine Ausbildung, so hätte ich mich nicht mal getraut zu fragen.

2. Schüler im Patientenzimmer, sieht das Kruzifix an der Wand, sagt dann zur Pflegekraft (vor den Patienten): "Was ist das?" Die PP antwortet: "Ein Kreuz!" Schüler: "Und wenn man es umdreht, ist es ein Symbol des Satans!"

3. Ein Schwervrletzter (aber ansprechbarer) Patient kommt in die Ambulanz. Schüler vor dem Pat.: "Wow, das sieht ja krass aus, darf ich das mit dem Handy fotografieren?"
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Re: Defizite...

Beitrag  Claire am 01.11.09 16:34

3. Ein Schwervrletzter (aber ansprechbarer) Patient kommt in die Ambulanz. Schüler vor dem Pat.: "Wow, das sieht ja krass aus, darf ich das mit dem Handy fotografieren?"

Ich glaube an der Stelle wäre ich wahrscheinlich echt "ausgeflippt". Geht ja mal garnicht!

Was habt ihr denn mit dem Schüler gemacht? Ich gehe mal davon aus das daß nicht unkommentiert stehen gelassen wurde, oder?
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Die Schüler...

Beitrag  Notaufnahme am 02.11.09 22:47

Tja, also ganz ehrlich: ich bin normalerweise nicht aufs Maul gefallen (wie man so schön sagt), aber da war ich im ersten Moment perplex und sprachlos. Das Ausmaß dieser Aussage wurde mir erst in den folgenden Minuten bewußt. Da ich aber Profi sein will, habe ich natürlich nichts vor dem Patienten gesagt, konnte ich ja auch nicht, war ja viel zu perplex.
Im Anschluß gab es ein Gespräch, aber das fruchtete wenig. Jetzt ist er sowieso weg, auf einer anderen Station.
Ich könnte noch viel mehr Brüller von dem bringen...

Die Rubrik, in der wir hier schreiben, heißt ja "Defizite". Erst heute habe ich mir wieder so meine Gedanken zu dem Thema gemacht. Viele Schülr haben einfach keinen Bock, sich zu Hause hinzusetzen und etwas zu lernen. Das Fachwissen ist mehr als mangelhaft. Schüler in der Mitte des 3. Ausbildungsjahres kennen Begriffe wie "distal" und "proximal" nicht, wissen nicht wie man i.m. spritzt und haben noch nie in ihrem Leben etwas von nationalen Expertenstandards gehört. O-Ton einer Schülerin: "Auf den meisten Stationen wird einem halt auch nichts gezeigt. Hauptsache man geht auf die Glocke und verteilt Essen und Bettpfannen". Das kann ich auch gut glauben, denn wir kennen das ja alle: exam. PP sind chronisch überlastet. Da hat keiner Zeit und vor allem Lust, etwas zu erklären. Da scheint es einfacher zu sein, die Schüler herumzuschicken und zu delegieren. Kurze Eräuterungen und Anleitungen sind vielleicht noch drin, aber wenn man bei den Erklärungen weiter ausholen muß, wirds den meisten PP´s zu mühsam. Ich finde, das - genau das ist unsere Herausforderung als PA.
Wenn ich etwas erklärt habe, und mit dem Schüler schon bei einer ganz anderen Tätigkeit bin, frage ich immer wieder das gleiche ab. Immer wieder. Die meisten können sich dann das viele theoretische Input merken.
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Re: Defizite...

Beitrag  Brain am 03.11.09 16:15

Ich finde ja, dass alle eure Aussagen Wahrheiten und Tatsachen enthalten. Und ja, natürlich haben wir uns auch verändert und empfinden die Schüler teilweise so, wie bereits mehrfach beschrieben.
Die Aussagen, dass einem als Schüler jedoch fast nichts gezeigt und erläutert wird und man nur zum Abarbeiten der lästigen Tätigkeiten da ist, kann man eigentlich so nicht stehen lassen. Wir hatten in unserer Ausbildung weder Mentoren noch PA, es gab eigentlich meistens noch nicht mal eine feste Bezugsperson. Auch war es "üblich", dass wir gefälligst zu den Klingeln gingen und die Nebenräume machen sollten, da viele der anderen anfallenden Tätigkeiten "zu hoch" für uns waren. Wir haben uns einige der Klopper von heute jedoch so nie geleistet, jedenfalls nicht in der Anhäufung. Sei es die Despektierlichkeit, die Ignoranz normaler Bedingungen (Pünklichkeit)oder mangelnden Respekt dem Patienten gegenüber. Wer das gemacht hat, galt als Exot.
[b]Oh Gott, ich höre mich an, als sei ich bereits scheintot.
Ich habe jedoch manchmal das Gefühl, je mehr die Schüler bekommen (z.B. Leute wie uns und so weiter...) desto mehr fordern sie ein oder sehen es als Selbstverständlichkeit.
Und bitte versteht mich nicht falsch, Schüler sind ja nicht alle so, es fällt jedoch auf, gelle?

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Lehrjahre sind keine Herrenjahre

Beitrag  Notaufnahme am 03.11.09 22:57

Du hast schon recht Brain, aber auch wenn es damals (mein Ausbildungsbeginn liegt auch 20 Jahre zurück)keine Praxisanleiter gab, man hat uns bei aller Strenge und Disziplin schon auch etwas gezeigt und erklärt (wenn auch erst ab Mitte 2. Ausbildungsjahr).
Lehrjahre sind keine Herrenjahre, das sehe ich schon auch so, aber dennoch finde ich, daß wir nicht alle Fehler von damals nachmachen sollten und die Pflegekräfte auf den Stationen die Azubis nicht als Sklaven sehen sollten. Smile
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Re: Defizite...

Beitrag  Brain am 04.11.09 16:40

Nein, Notaufnahme, bitte bitte verstehe mich nicht falsch. Ich wollte absolut in keinster Weise anmerken, dass ich das bei uns o.k. fand bzw. dass es so ruhig wieder gemacht werden sollte. Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass ich den Vorrednern leider Recht geben muss, dass sich das Verhalten teilweise massiv geändert hat und dass, wo sich die Möglichkeiten und das "sich kümmern" für die Schüler doch klar zum Besseren geändert hat.Ich finde es sehr gut, dass es Leute wie uns gibt und weiter geben wird. Exclamation

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Re: Defizite...

Beitrag  Notaufnahme am 04.11.09 18:56

Very Happy
Hi Brain, da abe ich Dich wohl falsch verstanden. Entschuldige. Das ist halt immer das Problem beim Schreiben/Lesen, dass es da leicht mal zu Mißverständnissen kommen kann.

Schöne Zeit!
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Re: Defizite...

Beitrag  Notaufnahme am 20.11.10 1:24

Ich stöberte hier im Forum und stieß auf einen meiner eigenen Beiträge vom 02.11.2009. Da mußte ich schmunzeln, denn ich betreue z. Zt. eine Auszubildende, bei der das alles auch wieder zutrifft: sie grüßt nicht, hat große Wissensdefizite, hat keinen "Bock" (sagt sie selbst über sich), hat im 3. Ausbildungsjahr noch nie etwas von DBFK oder "Die Schwester/der Pfleger" gehört...

Ehrlichgesagt macht es mir keinen Spaß, mich zu bemühen, ihr etwas beizubringen, wenn ich weiß, daß sie nicht daran interessiert ist, wie sie mir klar und deutlich gesagt hat. Sie sei überfordert, sie habe Angst vor der Arbeit, und sie habe jeden Tag Bauchweh. Ich muß gestehen, ich wußte nicht, dass es möglich ist, seit kurzem die Ausbildung zur GuK mit 16 Jahren zu beginnen. Jetzt ist sie 18. Vielleicht liegt hier das Problem: ich meine, es ist doch ein Unterschied, ob ich einen Azubi mit 16 Jahren in ein Büro setze oder im Verkauf einarbeite oder in die KFZ-Werkstatt stelle, oder ob ich ihn mit Leid, Schmerz, Not, körperlichem Verfall, Sterben und Tod konfrontiere.
Nun stellt sich für mich die Frage: soll sie mir leid tun? Oder soll ich strenger mit ihr sein? Verarscht sie mich? Ist sie arm dran? Lohnt es sich, sie weiter zu fördern und fordern? Wie denkt ihr darüber? Mein Vorgesetzter meint eher, Strenge walten zu lassen, denn die Arbeitswelt sei hart. Und die Wahrheit und ein ehrlich gemeintes feed-back müsse sie ertragen können.

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Re: Defizite...

Beitrag  Brain am 21.11.10 9:32

Hier liegt aus meiner Sicht eines der Probleme des neuen Gesetzes; die Zulassung zur Ausbildung mit 16 Jahren. Ich möchte nicht pauschal jedem 16jährigen absprechen, dass die von ihm gewählte Ausbildung nicht gezielt, bewusst und mündig ausgesucht wurde, ich denke jedoch, dass viele Personen in dem Alter die Tragweite unseres Berufes nicht sehen können, schon gar nicht durch die Verfremdung des Berufsbildes in diversen Soaps und Filmchen. Eventuell werden einige dieser Personen doch eher von Mama und Papa in diese Ausbildung dirigiert, von wegen sicher, Ansehen, brat, brat...
Und nur wenige dieser angesprochenen Personen haben dann den Mut, mit der Volljährigkeit zu sagen, so liebe Eltern, jetzt darf ich es bestimmen und ich breche hier ab, weil, dass ist absolut nicht mein Ding. Besonders, wo das Ende der Ausbildung dann ja so nah ist.
Auf der anderen Seite find ich es schon heftig, dass bei dem Verhalten und auch den körperlichen Dingen in den letzten 2 bis 2,5 Jahren niemandem aufgefallen zu sein scheint, wie schlecht sich diese Auszubildende fühlt.
Und das von dir beschriebene Sozialverhalten (Grüßen und so) lässt ja doch auch Respekt und Reife vermissen.

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